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GERSDORF Vor drei Jahren ließ sich der Gersdorfer Verein "Segen Gottes
Erbstolln" das älteste in Sachsen noch erhaltene Kunst- und Treibeschachthaus
eines Pferdegöpels überschreiben. Damals nahmen die Knappen des Vereins
an, dass die bereitwilligen Fördermittelzusagen für die Sanierung des 1786
errichteten und mittlerweile völlig maroden Gebäudes nicht nur leere Versprechungen
bleiben. Doch nach und nach "zerplatzten" die Programme zum Erhalt
des seit 1960 unter Denkmalschutz stehenden Hauses wie Seifenblasen. Immer
wieder wurde der Anteil der finanziellen Eigenleistung erhöht. Dies alles
veranlasste die Vereinsmitglieder, ihre Bestrebungen anlässlich der Mettenschicht
im Dezember vergangenen Jahres endgültig zu Grabe zu tragen. Wider Erwarten
ist der Stein nun erneut ins Rollen gekommen. Ob die Mettenschicht und der
öffentliche Druck oder die geplante Aufnahme der "Montanlandschaft
Erzgebirge" in das Weltkulturerbe der Unesco zu einem Umdenken bei
den Behörden geführt haben, lässt sich nicht sagen. Fakt ist, dass das Landratsamt
Mittweida nun zumindest die ein neues Wetterdach bezahlen will. Die alte
vor drei Jahren zum Schutz vor Nässe aufgebrachte Folie ist mittlerweile
so durchlöchert, dass das Regenwasser ungehindert in die ohnehin marode
Bausubstanz eindringen kann. Schimmel macht sich breit und die teilweise
mit Stuck verzierten Decken fal- len herunter. Wie Jens Schmidt, Vorsitzender
des Vereins, vor einigen Tagen erklärte, ist die Untere Denkmalschutzbehörde
nun wieder bemüht, das Kunst- und Treibeschachthaus zu retten. Doch die
Vereinsmitglieder haben in den vergangenen Jahren gelernt, mit solchen Versprechungen
vorsichtig umzugehen. "Mittlerweile sind die Sanierungskosten noch höher
geworden. Alles" ist nass und morsch. Auf Grundlage der alten Berechnungen
ist da nichts mehr zu machen", sagt Schmidt. "Hätten die Ämter damals gleich
Nägel mit Köpfen gemacht, dann wäre mehr zu retten gewesen", ergänzt er.
Karl-Heinz Karsch von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes
erklärte, dass auch er gegen die bestehenden Bestimmungen machtlos sei.
Dreh- und Angelpunkt sei die Höhe des vom Verein zu erbringenden Eigenanteils.
"Eigentlich muss der Verein 20 Prozent der Summe tragen. Er kann aber
nur zehn Prozent aufbringen. Irgendwie muss diese Differenz bezahlt werden",
sagte Karsch. Am 24. Februar wolle er sich aus diesem Anlass noch einmal
mit Vertretern des Amtes für Ländliche Neuordnung treffen. Größere Chancen
für den Erhalt des Schachthauses verspricht er sich von der angestrebten
Aufnahme ins Weltkulturerbe der Unesco. "Dadurch könnten wir auch die Deutsche
Stiftung für Denkmalschutz mit ins Boot holen und die Probleme lösen", sagte
Karsch. TK |
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